Das Kulturwissen ist ein Wachstumsmarkt par excellence.
Demographische Entwicklung, wissenschaftlicher Fortschritt,
weltumspannende Globalisierungsprozesse, internationale
Medienvernetzung, die Wissensexplosion und der logische Bedarf an
Weiterbildung - alles deutet auf einen wachsenden Bedarf an Wissen
über kulturelle Rahmenbedingungen und Dimensionen menschlichen
Lebens hin.
Bei der bedarfsgeleiteten Generierung dieses Kulturwissens
gewinnen derzeit auch vernachlässigte Wissenschaftsbereiche
und Branchen neue und verstärkte Bedeutungen. Die Gründung der
Kulinaristik (vgl. Alois Wierlacher/Regina Bendix
(Hrsg.): Kulinaristik. Forschung-Lehre-Praxis. Berlin: LIT
2009) und des Kulinaristik-Forums (www.kulinaristik.net)
als Netzwerk wissenschaftlicher Weiterbildung sind herausragende
Beispiele dieser Entwicklung wie die Begründung einer
kulturwissenschaftlichen Xenologie und einer
internationalen Gastlichkeitsforschung.
Solche Fragestellungen verdanken wir auch der Einsicht, dass
die großen Weltprobleme nicht in singulären Disziplinen verortet
sind, so dass die herkömmlichen Grenzen zwischen den einzelnen
Fächern der Wissenschaften und den Sektoren der Gesellschaft
zunehmend ihre limitierende Bedeutung verlieren.
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palatum - Zeitschrift für Kulinaristik
Erstausgabe (Heft 1), erschienen im Oktober 2009 |
Zugleich wird Bildung im Kontext
der anhaltenden Globalisierungsprozesse immer mehr als Kompetenz
erkannt, die uns befähigt, aus der Uferlosigkeit gegebener
Informationen das von uns benötigte spezifische Wissen auszuwählen,
um tragfähige und mithin nachhaltige Einsichten zu schaffen, die uns
zukunftsfähig machen, weil sie uns lebendig halten.
Es gilt, diese grundlegenden Entwicklungen mit unseren
wissenschaftlichen und berufsbezogenen Mitteln so zu begleiten, dass
sie als Bedingung unserer Lebensqualität und unserer Kooperations-
und Konkurrenzfähigkeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik
erkannt und fruchtbar werden, zu einem tieferem Verstehen der
kulturellen Vielfalt führen und in der Verständigung zwischen den
Menschen die Basis unser aller Freiheit im Sinne von freedom und
liberty zu erkennen geben.
27.04.2011